Für Freunde von
Modelleisenbahnen und Miniaturspielzeug ist die
Modellbahnbörse im Bürgerhaus Eulenbis ein
fester Termin im Kalender. Das gilt auch für den
Sonntag vor den Faschingstagen. Das Ereignis
lockt alte und junge Eisenbahnfans bereits zum
19. Mal in die kleine Gemeinde.
Auf der schmalen, gewundenen Straße, die nach
Eulenbis hinaufführt, herrscht an diesem Sonntag
reger Verkehr. Im Ort sind Parkplätze
Mangelware. ,,Die schwierige Parkplatzsituation
ist bei unseren Besuchern schon bekannt´´,
räumt Gerd Stier, Ausrichter der
Modellbahnbörse, ein. ,,Allerdings verteilen
sich die Besucher so auch über den ganzen
Tag´´, gewinnt das eisenbahnbegeisterte
Mitglied des Kultur,-Fest- und Umweltausschusses
der Lage noch etwas Positives ab. Tatsächlich
strömen die Besucher zwar nicht in Massen ins
Bürgerhaus, dafür aber ist ein ständiges
Kommen und Gehen.
Auf den langen Tischen haben Aussteller aus
weitem Umkreis alles aufgebaut, was Eisenbahnern
das Herz aufgehen lässt: Schienen in allen
Formen und Größen, winzige Modellautos und
große Gartenbahnen ebenso wie Häuser, Tiere,
Mauern und Berge in allen Ausführungen.
Besonders liebevoll ist der Tisch dekoriert, auf
dem eine ganze Modell-Kirmes mit Break-Dancer,
Schiffsschaukel, Autoscooter und einer Achterbahn
entstanden ist.
Von
der Tanne bis zur Brücke: Die Imitation der
Wirklichkeit treibt Modelleisenbahnfreunde an.
Die Anlage von Heinz Weißmann (links) aus
Mackenbach fand bei der Börse in Eulenbis viel
Interesse.
Vieles
wird bestaunt, nur gekauft wird nicht. Die
Brüder Thiel sind eigens aus Bitburg in der
Eifel angereist. Allerdings hat in der
vergangenen Stunde kaum jemand echte
Kaufinteresse gezeigt. ,, Der Fastnachtstermin
ist nicht so optimal´´, versuchen beide eine
Erklärung. ,,Allerdings fehlt auch der
Nachwuchs. Die Konkurrenz durch andere
Spielsachen und Sport ist zu groß´´.
Dass Kinder immer weniger Interesse für das
Schienenspielzeug zeigen, stellt auch Gerd Stier
fest: ,, Viele Kinder können heute gar nicht
mehr damit spielen, weil sie nur vor dem Computer
zu Hause sitzen´´. Er bedauert, dass Kinder so
auch kein elektrisches und elektronisches
Grundverständnis mehr entwickeln. Dabei wird die
Liebe zur Eisenbahn bereits im Kindesalter
entwickelt. So auch bei Norbert Frank, der nur
durch Zufall in der Zeitung von der Börse
gelesen hatte. Erst seit zwei Jahren sammelt er
wieder Lokomotiven und alles, was dazugehört.
,,Als Bub hatte ich schon eine Eisenbahn, die
dann aber abhanden gekommen ist´´. Gut gelaunt
sucht er auf den Tischen nach Spur-N-Bahnen, H0
passt nicht ins Zimmer´´.
Die Freundlichkeit des Publikums und des
Veranstalters ist es auch, die viele Händler
über ds schwache Geschäft an diesem Sonntag
hinwegtröstet. Für Gerd Stier und sein Team
haben alle nur Lob übrig.
Auch Ortsbürgermeister Manfred Bügner, der den
Gewinn, den die Börse als ,,feste Größe´´
für den Ort abwirft, sehr hoch eingeschätzt. So
konnten mit den Erlösen bereits einige Projekte
verwirklicht werden, zum Beispiel eine
Buswartehalle für die Schüler, das
Beschilderungssystem im Ort und eine Broschüre
über den Dorferkundungspfad. Nur das ganz große
Ziel der Eulenbisser Eisenbahnfans die
Wiederbelebung der echten, großen Bahnstrecke,
blieb bislang unerfüllt.
|