| Reges
Treiben herrschte gestern auf der Modellbahn- und
Spielzeugbörse, die bereits zum zwölften Mal in
Folge in Eulenbis im Bürgerhaus über die Bühne
gegangen ist. Die Börse wird zwei Mal pro Jahr
vom Kultur-, Fest- und Umweltausschuss der
Gemeinde veranstaltet. Jeweils im Frühjahr und
im Spätherbst kommen die Aussteller - gestern
waren es 23 - nach Eulenbis, um ihre Sammlungen
zu zeigen, zu tauschen und zu verkaufen. 
Eisenbahner-Paradies
auf drei Quatratmetern: Der Mackenbacher Florian
Weissmann (links) und sein Vater stellen bei der
Modelleisenbahn - und Spielzeugboerse in Eulenbis
einen Teil ihrer heimischen Bahnwelt aus.
Gerd Stier ist von der Gemeinde
beauftragt, die Veranstaltung zu planen, zu
organisieren und durchzuführen. Er rechnete auch
dieses Mal wieder mit 600 bis 700 Besuchern.
"In Rothselberg im Kreis Kusel ist zum
gleichen Termin auch diese Börse, aber wir sehen
uns eher als Ergänzung, stehen nicht wirklich in
Konkurrenz", berichtet er. Gerade für weit
angereiste Sammler sei dies ein guter
Synergieeffekt.
"Angeboten wird einfach alles, von der
Z-Spur bis zur LGB-Spur", sagt Stier - und
ist selbst ganz begeistert von der großen
Auswahl. Neben den Modelleisenbahnen wird
allerdings auch anderes Spielzeug verkauft. Das
Angebot reicht von Autos über Puppen,
Lego-Bausteine und Playmobil-Figuren bis zu
Büchern und Blechspielzeug. Das gesamte
Spielwarensortiment wird abgedeckt.
"Wir haben ganz klar zwei Zielgruppen",
erklärt Gerd Stier: "Zum einen die Kinder,
die sich für normale Spielsachen bis hin zur
einfachen Bahn begeistern können. Und alles, was
darüber hinausgeht, weckt das Interesse der
Sammler." So wäre der ein oder andere
Besucher sogar bereit, für ein Sammlerstück
eine hohe Geldsumme auszugeben.
"Die Fleischmann-Bahn hier kostet etwa 600
Euro", erläutert Stier. Es gebe
Modell-Lokomotiven, für die bis zu 1000 Euro
verlangt und auch bezahlt würden. Besonders
teuer, weil aufwändig und gut verarbeitet, seien
die alten Blecheisenbahnen, die alle noch in
massiver Ausführung zu haben sind. Rolf Dindorf
( Unsere
Ausstellungen ) erregt ebenfalls großes Aufsehen,
obwohl an seinem Stand Modellbahnen eher
Nebensache sind. Hauptsächlich stellt er
Karussells aus. "Das hier war schon in
Lautre uff em Maimarkt", berichtet er stolz.
Die Miniaturmodelle sind mit viel Liebe zum
Detail gemacht. Der 65-Jährige ist schon seit
Anbeginn in Eulenbis dabei.
Zunächst sammelte er 22 Jahre lang Eisenbahnen,
bevor er auf Mini-Schwertransporter umschwenkte
und schließlich beim
"Schaustellergewerbe" landete.
"Meine Frau muss immer mit, denn wie bei den
echten Schaustellern auch hat sie die Hand auf
dem Geld", sagt der ehemalige Waldarbeiter
und lacht.
Als Rentner hat er nun genügend Zeit, seinem
Hobby nachzugehen. Verkauft werden die insgesamt
38 Karussells aber nicht. Nur Waggons und
Transportfahrzeuge bietet er an. "Aber man
merkt, dass die Leute sehr viel bewusster kaufen,
seit der Euro eingeführt wurde", hat
Dindorf beobachtet. Die führenden Hersteller der
Spielwaren hätten die Preise sehr erhöht und
dieser Umstand schlage sich auch auf die Börsen
nieder.
Die Familie Elsenbast aus Weilerbach ist erstmals
als Aussteller in Eulenbis aktiv. Sie verkauft
Spielwaren aus dem eigenen Bestand. Ihr
Zielpublikum sind ganz klar die Kinder. "Wir
haben keine Vergleichsmöglichkeit, es lief für
uns etwas schleppend an, aber wir sind trotzdem
zufrieden", sagen die Elsenbasts.
Ein paar Schritte weiter gibt es noch einen
Höhepunkt der ganz besonderen Art: Florian
Weissmann und sein Vater aus Mackenbach stellen ihre Modellbahn zur Schau. Auf
drei Quadratmetern erstreckt sich ein wahres
Eisenbahner-Paradies. Da gibt`s ein brennendes
Haus zu sehen, eine Blasmusik-Kapelle spielt zum
Frühschoppen auf und auf einem Tennisplatz wird
gerade ein Match gewonnen.
"Wir haben zu Hause noch weitere sieben
Quadratmeter stehen, die normalerweise noch hier
hinten angebaut werden", berichtet der
16-jährige Florian. Er und sein Vater bauen seit
Jahren an der Modelleisenbahn, es wird immer
wieder etwas verändert oder erneuert. "Jede
Weiche haben wir anfangs manuell
geschaltet", erzählt der Schüler
beigeistert. "Mittlerweile haben wir ein
Fahrpult gebaut, wo man alles automatisch laufen
lassen kann und richtige Programme
ablaufen." Auch Lichtschranken sind
eingebaut, über die die Weichen gesteuert
werden. Leider lasse ihm die Schule derzeit aber
wenig Spielraum für andere Aktivitäten,
erzählt Florian, so dass hauptsächlich der
Vater weiter baue.
"Die Modellbahn- und Spielwarenbörse hat
mittlerweile einen festen Platz in unserem
Veranstaltungskalender eingenommen", sagt
Manfred Bügner, Ortsbürgermeister von Eulenbis.
Sie sei so renommiert, dass sie aus dem
Ortsgeschehen nicht mehr wegzudenken sei.
Von RHEINPFALZ Mitarbeiterin: Sandra Müller
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