Die Aussstellung
von Modelleisenbahnen und Kinderspielzeug ließ
gestern in Eulenbis nicht nur die Herzen der
Kleinen höher schlagen. Auch Eltern oder
Großeltern dachten wehmütig an ihre Kindheit
zurück, als die Lokomotiven noch mit
Aufziehfedern ausgestattet waren.
Ausrichter der Börse im Bürgerhaus, die bereits
im zehnten Jahr stattfand, war der Kultur-, Fest-
und Umweltausschuss der Gemeinde Eulenbis. Die
organisatorischen Fäden hatte Bernd Stier in der
Hand, der selbst ein begeisterter Modellbau-Fan
ist. Während die Aussteller überwiegend aus der
näheren Umgebung kamen, legten die Besucher auch
schon mal weitere Wege zurück. Insgesamt machten
sich annähernd 1000 Gäste ein Bild vom Angebot.

Anschauen und staunen,
tauschen und kaufen: Für Eisenbahnfreunde und
Fans alter Spielsachen wurde das Bürgerhaus von
Eulenbis gestern zum Eldorado.
Schon im Erdgeschoss blieben
viele Besucher für längere Zeit hängen, um den
Aufbau von Florian
Weißmann aus
Mackenbach zu bewundern: Ein scheinbar brennendes
Hausmodell, um das sich zahlreiche
Schienenstränge schlängelten, zog zunächst das
Augenmerk auf sich.
"Etliche Meter" Gleis seien auf den
beiden Platten verlegt, sagte Weißmann. Wie
viele es letztlich waren, konnte weder er noch
sein Partner beantworten. Immerhin sorgten 42
Weichen für den richtigen Weg der kleinen Züge.
18 Kontakte mit Fotozellen gewährleisteten, dass
falsch gestellte Weichen beim Startimpuls
umgestellt wurden und somit eine freie Fahrt
gestatteten.
In einer "Lesestube" wurden Bücher
angeboten, daneben gab es Geschenkartikel und
Handarbeiten. Die Aussteller wollten nicht nur
verkaufen, sondern boten auch Tauschgeschäfte an
oder nahmen sogar Raritäten in Zahlung. Es gab
zudem viel Zubehör in allen erdenklichen
Variationen.
Daneben entwickelten sich viele Fachgespräche.
Und ein Blick in die umfangreiche Spezialiteratur
ließ die Antwort auf so manche Modellbauer-Frage
finden. Durch die Zahlung des Eintrittspreises
nahmen außerdem alle Besucher an einer Verlosung
teil, bei der es eine wertvolle Lokomotive zu
gewinnen gab.
"Alte und neue Spielsachen zu
besichtigen" sei der Grund für sein Kommen,
sagte Richard K.aus Erzenhausen. Er freute sich
über die "vielen schönen und interessanten
Sachen", die aber auch "ihren starken
und mit Sicherheit gerechtfertigten Preis
haben".
Der siebenjährige Philipp H. aus Rodenbach
bewunderte derweil den groß angelegten
Jahrmarkt, auf dem alles blinkte und sich drehte.
"Die Wildwasserbahn ist toll", sagte er
begeistert.
Ihr "Interesse an alten Modellen" war
der Grund für Ursel und Werner J., die aus dem
saarländischen Neunkirchen-Wellesweier in die
Pfalz kamen. Von einem Kollegen habe er von
dieser Börse erfahren, sagte Werner. Da er seine
Sammlung noch etwas erweitern will, fuhr er in
die Pfalz. Auch seine Ehefrau studierte mit
Kennerblick die Unikate, fein aufgereiht in einer
Reihe. Gefunden hatten sie am frühen Nachmittag
noch kein Exemplar, doch sie bummelten voller
Hoffung weiter zum nächsten Aussteller.
"Nichts wegwerfen, es gibt bestimmt einen
Interessenten", gab einer der Aussteller zu
verstehen. Er erinnerte an die vielen
Tauschgeschäfte, "die an so einem Tag
abgewickelt werden". (osw)
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